MARIProject: Projektmanagement für SAP Business One
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Das stille Projektloch: Warum Anlagenbauer und Dienstleister Marge verlieren, ohne es zu merken

MARIProject schließt die Lücke zwischen SAP Business One und professionellem Projektcontrolling – und macht aus stillen Verlusten sichtbare Entscheidungen.

Inhaltsverzeichnis

  1. Das stille Projektloch – Symptome, die jeder kennt
    Drei typische Symptome im Detail
  2. Warum Standard-SAP Business One hier an seine Grenzen stößt
  3. MARIProject: Das Add-on für projektbasiertes Geschäft
    Kernfunktionen im Überblick
  4. Wo die meiste Marge versickert: Stundenerfassung und Nachkalkulation
  5. WIP-Bewertung: Das verborgene Bilanzrisiko
  6. Für wen ist MARIProject gemacht? Die zwei Kernzielgruppen
    Zielgruppe Anlagenbau – Subbranchen und Schwerpunkte
    Zielgruppe Dienstleistung – Subbranchen und Schwerpunkte
    Vergleich: Anlagenbau vs. Dienstleister
  7. Praxisbeispiel: Sondermaschinenbauer mit 40 laufenden Projekten
  8. Einführung von MARIProject – Was erwartet Sie?
  9. Fazit: Transparenz ist kein Luxus
  10. FAQ: Die häufigsten Fragen zu SAP B1 + MARIProject
  11. Quellen und Fußnoten

Das stille Projektloch – Symptome, die jeder kennt

Ein Projekt ist abgeschlossen. Der Kunde ist zufrieden. Die Rechnung ist gestellt. Und trotzdem ist am Ende weniger übrig als geplant. Viel weniger.
Nur: Woran lag es?

Dieses Szenario ist in der Welt des Anlagenbaus, Maschinenbaus und der technischen Dienstleistung kein Einzelfall – es ist ein strukturelles Muster. Und das Tückische daran: Es passiert nicht mit Getöse, sondern geräuschlos. Stundenweise. Buchung für Buchung. Reise nach Reise.

Die Ursache liegt selten in schlechter Arbeit oder falschen Preisen. Sie liegt meistens in fehlender Projekttransparenz: Man weiß erst am Ende, was ein Projekt wirklich gekostet hat. Und dann ist es zu spät, um gegenzusteuern.

23 %
der Projektunternehmen überziehen regelmäßig ihr Stundenbudget, ohne es rechtzeitig zu bemerken.1
~8 %
Marge gehen im Durchschnitt durch unkontrollierte Nacharbeiten und Reisekosten verloren2
67 %
der Projektleiter im Mittelstand erhalten Kostendaten erst nach Wochenschluss – viel zu spät3

Drei typische Symptome im Detail

  • Symptom 1 – Die Nachkalkulation kommt immer zu spät. Wenn der Buchhalter nach Projektabschluss die Ist-Kosten zusammenrechnet, ist das Projekt längst abgerechnet. Korrekturen sind nicht mehr möglich. Die Lehre bleibt: „Nächstes Mal besser schätzen.” – Aber ohne Datenbasis ändert sich nichts. [4]
  • Symptom 2 – Reisekosten und Fremdleistungen tauchen zu spät auf. Ein Techniker fährt dreimal zum Kunden. Zwei Subunternehmer werden beauftragt. Die Eingangsrechnungen kommen Wochen später. Zum Zeitpunkt der Rechnungsstellung kennt niemand die wahren Vollkosten.
  • Symptom 3 – Stunden werden systemfern oder gar nicht erfasst. Excel-Listen, Papierzettel, mentale Schätzungen. Die eigentliche Ressource – die Arbeitszeit der Ingenieure und Techniker – wird nicht projekttreu zugeordnet. Das Ergebnis: Projekte rechnen sich auf dem Papier gut, im echten Leben nicht. [5]

Warum Standard-SAP Business One hier an seine Grenzen stößt

SAP Business One ist eine exzellente ERP-Lösung für den Mittelstand. Finanzbuchhaltung, Lagerverwaltung, Einkauf, Verkauf, CRM – das System liefert hier solide Qualität. Doch es wurde historisch für transaktionale Geschäftsmodelle konzipiert: Ware rein, Ware raus, Rechnung. [6]

Projektbasiertes Geschäft tickt fundamental anders:

Tabelle 1 – Transaktionales vs. projektbasiertes Geschäftsmodell im ERP-Vergleich
Dimension Transaktionales Geschäft Projektbasiertes Geschäft SAP B1 Standard
Leistungserbringung Einmalig, sofort Über Monate, iterativ Eingeschränkt
Kostenträger Artikel/Produkt Projekt/Auftrag Nicht nativ
Stundenerfassung Nicht relevant Zentral für Kalkulation Nicht vorhanden
Teilabrechnung/Meilensteine Nicht relevant Üblich, komplex Nicht nativ
WIP-Bewertung Fertigerzeugnisse Halbfertige Leistungen Nicht vorhanden
Nachkalkulation Artikel-Deckungsbeitrag Projekt-Deckungsbeitrag Nur über Umwege
Plankosten vs. Ist-Kosten Einfach ablesbar Dynamisch, mehrstufig Nicht strukturiert

Das bedeutet nicht, dass SAP B1 schlecht ist. Es bedeutet, dass es für diesen Anwendungsfall ohne Erweiterung nicht ausreichend ist. Und genau hier setzt MARIProject an.

Definition: Was ist ein ERP-Add-on?

Ein ERP-Add-on ist eine zertifizierte Erweiterung, die sich nativ in SAP Business One integriert und dessen Funktionalität um branchenspezifische Features erweitert. MARIProject verwaltet dabei eigene Objekte – etwa Projektstrukturen oder Stundenarten, die es im SAP B1 Standard so nicht gibt – greift aber durchgängig auf dieselben Stammdaten wie Artikel und Geschäftspartner aus SAP B1 zu. So entstehen keine getrennten Datensilos und keine fehleranfälligen manuellen Schnittstellen.

MARIProject: Das Add-on für projektbasiertes Geschäft

MARIProject ist ein für SAP Business One entwickeltes Add-on, das von der MARINGO GmbH entwickelt wird. Es richtet sich explizit an Unternehmen, die Aufträge als Projekte abwickeln: von der Angebotskalkulation über die Projektdurchführung bis zur Schlussrechnung und Nachkalkulation. Die aktuelle Version 8.0 steht sowohl als Fat Client (Hauptprogramm) als auch als Web Client, Mobile Client und Kundenportal zur Verfügung. [7]

Der entscheidende Unterschied zu externen Projektmanagement-Tools ist die durchgängige Integration: Alle buchhaltungsrelevanten Belege, die zu einem Projekt erzeugt werden, landen in SAP B1 – ohne separate Datenhaltung neben dem ERP.
Praxiserfahrung aus mittelständischen Implementierungsprojekten

Funktionsumfang nach Modulbereichen (Version 8.0)

MARIProject gliedert sich in klar abgegrenzte Funktionsmodule, die den gesamten Projektzyklus abdecken. Die folgende Übersicht basiert auf der offiziellen Funktionsübersicht Version 8.0 (Oktober 2025). [7]

Tabelle 2 – MARIProject v8.0: Funktionsmodule und Kernfunktionen im Überblick
Modul Kernfunktionen (Auswahl) Primärer Nutzen
Stammdaten Mitarbeiterstamm inkl. Skills & Qualifikationspläne, Projektvorlagen, Leistungsstamm, Geräte-/Maschinenverwaltung, Kundenserviceobjekte, Ressourcenpools, Geschäftspartner-Audits Einheitliche Datenbasis für alle Projekte; Qualifikationsnachverfolgung; Maschinenlogistik
Akquisitionsprojekt-Kalkulation Akquisitionsprojekt-Neuanlageassistent, Akquisitionskalkulation, Überführung in Projektvertrag Angebotskalkulation vor Auftragserteilung; frühzeitige Margenabschätzung; strukturierte Angebotsphase
Planung Projektplanung (periodisch, Gantt), Planungsversionen, Ressourcenpool-Planung, Ganttplanung Mitarbeiter & Geräte, MS-Project-Schnittstelle, Exchange-Kalenderabgleich, Einsatzkalender Kapazitäts- und Terminplanung über alle laufenden Projekte; Abwesenheitsmanagement; Planungsversionsvergleich
Datenerfassung Projekterfassung, Tageserfassung, Schnellerfassung, Reisekostenerfassung & -abrechnung, Time Touch, Kommen & Gehen, Materialbedarf anfragen, Antragsverwaltung (Urlaub, Gleitzeit) Lückenlose tägliche Stunden- und Reisekostenerfassung durch alle Mitarbeiter; mobile Erfassung unterwegs
Projektfreigabe Freigabe von Artikeln, Reisekosten, Verkaufs- und Einkaufsdokumenten, Planungsversionen, Urlaub, Gleitzeit Mehrstufige Genehmigungsworkflows; Kostenkontrolle vor Buchung; revisionssichere Freigabeprozesse
Auftragsabwicklung Vertragsanlage & -verwaltung, Abrechnungsassistent, Teilrechnungen, Meilensteinabrechnung, Erlösrückrechnungsassistent, Materialbedarfsanfragen, Lagerentnahme mit Projektzuordnung, Materialrückbuchung, Geräte-/Maschinenentnahme und -rückgabe, Provisionsabrechnung Vollständige Auftragsabwicklung vom Vertrag bis zur Abschlussrechnung; fakturierbare Leistungen gehen nicht verloren; Materialkostentransparenz je Projekt
Einkaufsabwicklung Einkaufsvorgänge inkl. Neuanlageassistent, Einkaufsbeleg-Erfassung, Bestelldisposition, MRP-Bestellimport, Vorerfassung Wareneingänge & Eingangsrechnungen, Qualitätsprozesse, Bonusabrechnung Projekttreue Beschaffung; Fremdleistungskosten direkt auf Projekt buchbar; Lieferzeitenüberwachung
Interne Abwicklung Interne Leistungsverrechnung mit Buchungsautomat & Verrechnungssätzen, Reisekostenabrechnung (inkl. Kreditkartenimport), Bewertung unfertiger Arbeiten (WIP), Pro-Rata-Abrechnung für Wartungspositionen, Rückstellungen Leistungszeitraum, Lohnschnittstelle Periodengerechte Erlösabgrenzung; automatische WIP-Bewertung; GoBD-konforme Rückstellungsbildung; Lohnexport
Service & Support Support Desk inkl. SLA-Monitor, Serviceeinsätze (intern & extern), Servicepläne, Prüfungsaufträge, Aufgabenmanagement, Knowledge Base Lückenloses After-Sales-Controlling; Serviceprojekte auf demselben Datenstamm wie Projektgeschäft
Auswertungen & Reporting Saldenlisten (Projektstunden, -kosten, -erlöse) nach Projekt & Projektleiter, Stundenerfassungsjournale (täglich, wöchentlich, alle MA), Projektberichte (Finanzbuchhaltung, Phasenleistungsbericht, Leistungsbericht als Rechnungsanlage), Multiprojektbericht, Mitarbeitereinsatz Ist/Plan, Geräte-/Maschinenauslastung, Periodennachweis Vollständige Projekttransparenz ohne Datenexport; Crystal-Reports-Integration; Grundlage für Managemententscheidungen
Bildschirmauskunft Management Projektauswertung (inkl. Mitarbeiterfilter), Projektleiterauswertung, Projektdashboard, Vertragsdashboard, Mitarbeiterdashboard, Pooldashboard, Deckungsbeitragsrechnung (Projekt, Kostenstelle, Projektcode), Cash-Flow-Definition, Data Warehouse Echtzeit-Cockpit für Geschäftsführung und Controlling; Deckungsbeitrag je Projekt auf Knopfdruck
Zusatzmodule (Lizenz erforderlich) Produktion (Produktionseinsätze, Produktionsaufträge, Produktionseinsatzkalender), Dokumentenmanagement (DMS-Schnittstelle, SharePoint-Integration, OCR), Posteingangsbuch inkl. XRechnung, Veranstaltungsmodul, Kunden-Systemmanagement Erweiterung für Fertigungsbetriebe; digitale Eingangspostverarbeitung; Kundenportal für Serviceobjekte

Clients: Fat Client, Web Client, Mobile App und Kundenportal

MARIProject wird in vier Zugangsformen bereitgestellt, die auf unterschiedliche Nutzerrollen zugeschnitten sind. Damit ist sichergestellt, dass auch Außendienstmonteure, Subunternehmer oder Kunden die für sie relevanten Daten mobil abrufen und bearbeiten können. [7]

Tabelle 3 – MARIProject v8.0: Verfügbare Client-Typen und Lizenzmodelle
Client Zielnutzer Lizenz Typische Anwendungsfälle
Fat Client (Hauptprogramm) Projektleiter, Controller, Buchhaltung, Disposition Professional (Full) Vollständiger Funktionsumfang: Planung, Abrechnung, Reporting, Konfiguration, alle Verwaltungsfunktionen
Web Client Professional- und Limited-User, Innendienst Professional / Limited Zeiterfassung, Stundenfreigabe, Reisekosten, Auswertungen, Projektdaten lesen; Limited-User mit eingeschränkten Schreibrechten
Mobile Client (MARIProject App) Außendienstmonteure, Techniker, Berater Professional / Limited Tageserfassung, Reisekostenerfassung, Urlaubsanträge, Serviceeinsätze, Projektdaten mobil abrufen
Kundenportal Endkunden des Anwenderunternehmens Separate Kundenlizenz Support-Tickets stellen, Serviceobjekte verwalten, Servicepläne und Wartungsstatus einsehen, Wissensdatenbank nutzen

Wo die meiste Marge versickert: Stundenerfassung und Nachkalkulation

In projektbasiertem Geschäft sind Personalstunden der größte Kostenblock – und gleichzeitig der am schlechtesten erfasste. Die Gründe sind banal: Stundenzettel werden vergessen, pauschal ausgefüllt oder gar nicht erst geführt. Projektleiter schätzen. Die Buchhaltung rechnet am Ende zurück. [3]

MARIProject ermöglicht, dass jeder Mitarbeiter seine Stunden direkt in SAP B1 gegen das Projekt bucht – täglich, mobil, ohne Umweg. Das Ergebnis ist keine theoretische Verbesserung, sondern ein konkreter Systemvorteil:

Tabelle 4 – Stundenerfassung: Vorher-Nachher-Vergleich ohne/mit MARIProject
Aspekt Ohne MARIProject Mit MARIProject
Erfassungsort Excel, Papier, Gedächtnis Direkt in SAP B1
Erfassungsrhythmus Wöchentlich oder monatlich Täglich, in Echtzeit
Projektzuordnung Manuell, fehleranfällig Per Klick, validiert
Sichtbarkeit für Projektleiter Verzögert, unvollständig Sofort, vollständig
Nachkalkulation Zeitpunkt Nach Projektabschluss Laufend, jederzeit
Plan-/Ist-Abweichung Erst nach Rechnungsstellung Ab erster Stundenbuchung
Reaktionsmöglichkeit Keine (zu spät) Jederzeit, proaktiv

WIP-Bewertung: Das verborgene Bilanzrisiko

Eines der am häufigsten unterschätzten Themen im Projektgeschäft ist die WIP-Bewertung (Work in Progress). Zum Monats- oder Jahresende haben Projektunternehmen typischerweise mehrere laufende Projekte, bei denen Kosten angefallen sind, aber noch keine Erlöse gebucht wurden. [8]

Definition: Work in Progress (WIP)

Work in Progress bezeichnet den kalkulatorischen Wert der bereits erbrachten, aber noch nicht abgerechneten Projektleistungen. Nach HGB müssen projektbasierte Unternehmen diesen Wert korrekt bilanzieren – entweder als Vorratsvermögen oder als aktive Rechnungsabgrenzung. Fehler hier führen zu einem verzerrten Jahresergebnis. [8]

Ohne systematische WIP-Bewertung entstehen zwei klassische Fehler:

1. Zu niedrige WIP-Bewertung: Das Unternehmen weist zu wenig Vermögen aus. Das Ergebnis des Jahres erscheint schlechter als es ist. In der Folge werden falsche Gewinnerwartungen kommuniziert oder Steuerbelastungen unnötig verzerrt.

2. Zu hohe WIP-Bewertung: Das Unternehmen bilanziert unrealistische Werte. Das Ergebnis erscheint besser als es ist. Dividenden werden auf Basis von Erträgen ausgeschüttet, die noch nicht realisiert sind – ein klassisches Bilanzrisiko. [9]

MARIProject löst dieses Problem durch automatische WIP-Ermittlung: Auf Basis der gebuchten Ist-Kosten, des Fertigstellungsgrads und der vereinbarten Auftragssumme berechnet das System den korrekten WIP-Wert je Projekt – buchungsfertig für den Abschluss.

Für wen ist MARIProject gemacht? Die zwei Kernzielgruppen

MARINGO definiert zwei klar abgegrenzte Zielgruppen für MARIProject. Beide haben eines gemein: Aufträge werden als Projekte mit individueller Kalkulation, Stundenerfassung und Materialbuchung abgewickelt. Darüber hinaus unterscheiden sich Prozesse, Kostenstruktur und Schmerzpunkte deutlich.

Zielgruppe 1: Anlagenbau

Anlagenbauer und verwandte Branchen fertigen nach dem „Engineer to Order”-Prinzip: Jedes Werk ist individuell, Komponenten müssen bei Lieferanten angefragt werden, die Kalkulation erfolgt als Zuschlagskalkulation (Einkaufspreis + Kostenaufschlag + Gewinnzuschlag). Typische Unternehmensgröße: 10 bis 200 Mitarbeiter.

Tabelle 5 – MARIProject Zielgruppe Anlagenbau: Subbranchen (Auswahl)
Subbranche SIC-Code Typischer MARIProject-Schwerpunkt
Anlagenbau generell 1629 Materialplanung, Fremdvergabe, Montage-Stundenerfassung
Elektro- und Automatisierungsanlagenbau 1731 Komponentenbeschaffung, Inbetriebnahme-Tracking, Serviceeinsätze
Heizungs- und Klimaanlagenbau 1711 Wartungsverträge, Servicepläne, Kundenserviceobjekte
Solar-, Wind-, Biogasanlagenbau Projektphasen über mehrere Jahre, WIP-Bewertung, Meilensteinabrechnung
Förder- und Aufzugsanlagenbau Geräte-/Maschinenverwaltung, Kundenserviceobjekte, Prüfungsaufträge
Messebau Kurzläufer-Projekte, schnelle Nachkalkulation, Gerätelogistik
Generalunternehmer / Ingenieurbüros 1541 / 8712 Subunternehmer-Management (EK-Vorgänge), Vertragsstruktur, Abschlagsrechnungen

Zielgruppe 2: Technische Dienstleister

Dienstleistungsunternehmen – Beratungshäuser, Softwareentwickler, Ingenieurbüros – arbeiten projektorientiert ohne eigene Fertigung. Ihre Hauptressource ist die Arbeitszeit ihrer Mitarbeiter. Nicht fakturierte Stunden und unkontrollierter Scope-Creep sind die wichtigsten Margen-Risiken. Typische Unternehmensgröße: ebenfalls 10 bis 200 Mitarbeiter.

Tabelle 6 – MARIProject Zielgruppe Dienstleistung: Subbranchen (Auswahl)
Subbranche SIC-Code Typischer MARIProject-Schwerpunkt
Unternehmensberatung 8742 Stundenerfassung, Time & Material-Abrechnung, Mitarbeiterauslastung
Systemanalyse & Softwareentwicklung 7373 / 7371 Aufgabenmanagement, Support Desk, Knowledge Base, Entwickler-Dashboard
IT-Dienstleistungen / Systemhäuser 7379 / 5045 Kunden-Systemmanagement, SLA-Monitor, Servicepläne, Kundenproduktzuordnung
Technische Dienste / Ingenieurbüros 8711 Ressourcenplanung, Ganttplanung, Nachkalkulation, WIP-Bewertung
Sonstige Beratungsdienste 8748 Reisekostenerfassung & -abrechnung, Provisionsabrechnung, Vertragsverwaltung

Vergleich: Anlagenbau vs. Dienstleister – wo MARIProject jeweils am stärksten wirkt

Tabelle 7 – MARIProject: Nutzen-Profil nach Zielbranche
Kriterium Anlagenbau / „Engineer to Order” Technische Dienstleister
Typische Projektlaufzeit 6 Monate – 3 Jahre 1 Woche – 12 Monate
Kalkulation Zuschlagskalkulation: EK + Kostenaufschlag + Gewinn Tagessatz / Stundensatz / Festpreis
Größter Kostentreiber Material, Fremdvergaben, Montagestunden Personalstunden, Reisekosten
Margen-Risiko Nr. 1 Mehrstunden Montage, nicht budgetierte Nacharbeiten, verspätete Lieferantenrechnungen Nicht fakturierte Stunden, Scope Creep, nicht abgerechnete Zusatzleistungen
Wichtigste MARIProject-Module Akquisitionskalkulation, Materialplanung & Einkaufsabwicklung, WIP-Bewertung, Meilenstein-/Teilabrechnung, Geräte-/Maschinenverwaltung Tages-/Schnellerfassung, Time Touch (Mobile), Ressourcenplanung, Mitarbeiterauslastung, Support Desk, Kunden-Systemmanagement
Abrechnungsmodell Festpreis / Meilenstein / Abschlagsrechnung Time & Material / Festpreis gemischt / Wartungsvertrag (Pro Rata)
WIP-Relevanz Sehr hoch – lange Laufzeiten, hohe Auftragsvolumen Mittel – kürzere Zyklen, aber Periodenabgrenzung relevant
Kundenserviceobjekte / Servicepläne Wichtig für Wartungsverträge nach Anlagenübergabe Kritisch für IT-Systemhäuser und Softwareanbieter (SLA, Support Desk)
Subunternehmer-Management Sehr wichtig – Generalunternehmer beauftragen Subunternehmer Relevant bei Fremdleistungseinkauf (Freelancer, Partnerunternehmen)

Praxisbeispiel: Sondermaschinenbauer mit 40 laufenden Projekten

Ein mittelständischer Sondermaschinenbauer mit 120 Mitarbeitern und rund 18 Mio. EUR Jahresumsatz hatte folgendes Problem: Im Schnitt liefen 40 Projekte gleichzeitig. Die Kalkulation erfolgte in Excel. Stunden wurden in einer separaten HR-Software erfasst, aber nicht projekttreu. Material wurde aus dem SAP B1 Lager entnommen, aber oft ohne Projektzuordnung.

Das Ergebnis: Beim Jahresabschluss stellte der Steuerberater fest, dass mehrere Projekte deutlich unter Plan liefen – aber erst dann, wenn sie bereits abgerechnet waren. Keine Möglichkeit zur Korrektur.

Situation nach Einführung von MARIProject

Tabelle 8 – Messbarer Nutzen nach MARIProject-Einführung (anonymisiertes Praxisbeispiel, Sondermaschinenbauer)
Metrik Vorher Nachher (nach 12 Monaten) Veränderung
Nicht erfasste Stunden je Monat ca. 380 h ca. 25 h – 93 %
Durchschnittliche Projektnachkalkulations-Verzögerung 8–12 Wochen nach Abschluss Laufend in Echtzeit Echtzeit
Projekte mit Budgetüberschreitung (unbemerkt) ca. 35 % aller Projekte ca. 8 % aller Projekte – 77 %
Durchschnittlicher Projektdeckungsbeitrag 14,2 % 18,6 % + 4,4 %-Punkte
Aufwand Monatsabschluss WIP 2,5 Tage 0,5 Tage – 80 %

Einführung von MARIProject – Was erwartet Sie?

Eine der häufigsten Fragen in unseren Beratungsgesprächen lautet: „Wie aufwändig ist die Einführung?” Die ehrliche Antwort: Sie ist überschaubar – wenn sie strukturiert angegangen wird.

Typische Projektphasen bei der Implementierung durch einen zertifizierten SAP B1 Partner:

Tabelle 9 – Typischer Projektplan: MARIProject Einführung
Phase Inhalt Typische Dauer
1. Analyseworkshop Projekttypen, Kostenarten, Abrechnungsmodelle definieren und dokumentation 4–10 Tage
2. Systemkonfiguration Stundenarten, Projektkategorien, Workflows einrichten 1–2 Tage
3. Datenmigration Laufende Projekte in MARIProject überführen 2–4 Tage
4. Schulung Projektleiter, Zeiterfasser, Controller, Buchhaltung 6–12 Tage
5. Go-Live & Hypercare Produktivstart, Begleitung der ersten Projektabschlüsse 2–4 Wochen

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Die init consulting AG begleitet projektbasierte Unternehmen von der Bestandsaufnahme bis zum produktiven MARIProject-Betrieb in SAP Business One. Eine erste Analyse dauert oft nur einen halben Tag.

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Fazit: Transparenz ist kein Luxus – sie ist Voraussetzung für Profitabilität

Das stille Projektloch ist real. Es entsteht nicht durch schlechte Arbeit, sondern durch fehlende Sichtbarkeit. Anlagenbauer und Dienstleister verlieren Marge nicht in einem großen, sichtbaren Moment – sie verlieren sie Stunde für Stunde, Buchung für Buchung, Projekt für Projekt.

SAP Business One bietet eine starke operative Basis. Aber für Unternehmen, die ihr Geschäft als Projekte abwickeln, braucht es mehr. MARIProject schließt diese Lücke – nicht mit einem externen Tool, das parallel gepflegt werden muss, sondern nativ, integriert, in Echtzeit.

Die Botschaft ist einfach: Wer nicht weiß, was seine Projekte kosten, kann sie nicht steuern. Und wer sie nicht steuern kann, verliert Marge – still, kontinuierlich und vermeidbar.

Transparenz: Ist-Kosten, Stunden & Material projekttreu in Echtzeit – statt erst nach Abschluss.

Native Integration: Eine Datenbasis in SAP B1, keine Schnittstellen, keine zweite Wahrheit.

WIP-Bewertung: Automatische, buchungsfertige Bewertung laufender Projekte zum Abschluss.

Steuerbarkeit: Budgetabweichungen werden sichtbar, bevor sie die Marge auffressen.

Häufige Fragen zu SAP Business One und MARIProject

Die folgenden Fragen werden häufig in Beratungsgesprächen und über Suchmaschinen gestellt.

Was ist MARIProject und wofür wird es eingesetzt?

MARIProject ist ein Add-on für SAP Business One, das speziell für projektbasierte Unternehmen wie Anlagenbauer, Maschinenbauer und technische Dienstleister entwickelt wurde. Es ergänzt SAP B1 um vollständiges Projektcontrolling: Kostenplanung, Stundenerfassung, Materialbuchung, WIP-Bewertung und Ertragsvorschau.

Warum reicht Standard-SAP Business One für Projektgeschäft nicht aus?

SAP Business One wurde primär für produzierende und handelnde Unternehmen konzipiert. Für projektbasiertes Geschäft fehlen native Funktionen wie projekttreue Stundenerfassung, Fortschrittsbewertung, Nachkalkulation und eine integrierte WIP-Bewertung. Ohne Add-on entstehen blinde Flecken im Projekt-Controlling, die zu unbemerkt schwindenden Margen führen.

Wie hilft MARIProject bei der Nachkalkulation?

MARIProject bucht alle Kosten – Stunden, Material, Fremdleistungen, Reisen – direkt gegen das Projekt. Die Nachkalkulation vergleicht Plan vs. Ist in Echtzeit und zeigt sofort, wo Abweichungen entstehen. Projektleiter sehen den Deckungsbeitrag je Projekt, nicht erst nach Projektabschluss in der Finanzbuchhaltung.

Für welche Branchen ist MARIProject besonders geeignet?

MARIProject ist primär geeignet für: Anlagenbauer, Maschinenbauer, Sondermaschinenbauer, Automatisierungstechnik-Unternehmen sowie technische Dienstleister (IT-Systemhäuser, Engineering-Dienstleister, Beratungsunternehmen). Kurz: alle Unternehmen, die Aufträge als Projekte mit Plankosten, Stunden und Material abwickeln.

Wie läuft die Integration von MARIProject in SAP Business One technisch ab?

MARIProject ist ein zertifiziertes SAP Business One Add-on und integriert sich nativ über die SAP B1 DI-API und Service Layer.

Was ist eine WIP-Bewertung und warum ist sie für Projektunternehmen wichtig?

WIP steht für Work in Progress – der kalkulatorische Wert bereits erbrachter, aber noch nicht abgerechneter Projektleistungen. Nach HGB müssen projektbasierte Unternehmen diesen Wert korrekt bilanzieren. Fehler hier verzerren das Jahresergebnis systematisch. MARIProject ermittelt den WIP-Wert automatisch auf Basis von Ist-Kosten und Fertigstellungsgrad.

Kann MARIProject auch für agile oder iterative Projekte genutzt werden?

MARIProject unterstützt sowohl klassische Projektstrukturen (Phasen, Meilensteine) als auch flexiblere Abrechnungsmodelle wie Time & Material oder Rahmenverträge mit Abrufaufträgen. Reine Scrum- oder Sprint-Strukturen sind nicht der Hauptfokus – hier empfiehlt sich eine individuelle Beratung durch einen SAP B1 Partner.

Wie lange dauert die Einführung von MARIProject?

Eine typische Einführung durch einen zertifizierten SAP B1 Partner dauert – je nach Komplexität der Projekttypen, Funktionsumfang und Anzahl der User – mehrere Wochen. Der Analyseworkshop inkl. Dokumentation umfasst je nach Größe 4–10 Tage, die Schulungen je nach Funktionsumfang 6–12 Tage. Eine strukturierte Einführung mit Pilotprojekten ist empfohlen.

Quellen, Fußnoten & Datenbasis

Die folgenden Quellen bilden die Datenbasis für Zahlen, Studienverweise und fachliche Einschätzungen in diesem Artikel. Branchenspezifische Angaben beziehen sich auf den deutschsprachigen Mittelstand (DACH). Wo nicht anders angegeben, beziehen sich Prozentwerte auf Befragungen von Unternehmen mit 20–500 Mitarbeitern.

  1. [1] VDMA e.V.: VDMA-Betriebsvergleich Maschinenbau 2023 – Kennzahlen und Benchmarks. Frankfurt a.M.: VDMA Verlag 2023. – Insbesondere Kapitel 4.3 „Projektcontrolling und Kostentransparenz”, S. 38–47.
  2. [2] Roland Berger Strategy Consultants: Profitabilität im Maschinen- und Anlagenbau – Hebel und blinde Flecken. München 2022. – Abruf: rolandberger.com (kostenpflichtig).
  3. [3] Capgemini Invent: Digitales Projektmanagement im deutschen Mittelstand 2023. Berlin/München 2023. – Ergebnisbericht der Befragung von 312 projektbasierten KMU in Deutschland. capgemini.com
  4. [4] Horváth & Partners: Projektcontrolling im Mittelstand – Status quo und Handlungsfelder 2022. Stuttgart 2022. – Erhebung unter 180 mittelständischen Projektunternehmen (Maschinenbau, IT, Engineering).
  5. [5] Fraunhofer IAO: Digitalisierung im Mittelstands-Projektmanagement. Stuttgart: Fraunhofer-Verlag 2023. – Studie im Auftrag des BMWi. iao.fraunhofer.de
  6. [6] SAP SE: SAP Business One – Product Overview and Feature Guide. Walldorf 2024. – Offizielle Produktdokumentation. sap.com
  7. [7] MARINGO GmbH: MARIProject – Menüaufbau und Funktionsübersicht Version 8.0. Stand: 31. Oktober 2025. – Offizielle Herstellerdokumentation (Fat Client, Web Client, Mobile Client, Kundenportal). maringo.de
  8. [8] Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW): IDW HFA 3 – Zur Rechnungslegung bei Fertigungsaufträgen. Düsseldorf: IDW Verlag. – Ergänzend: HGB §§ 252, 253, 277 Abs. 1 (Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung).
  9. [9] Bundesministerium der Finanzen: Ertragsteuerliche Behandlung von langfristigen Fertigungsaufträgen. Bundessteuerblatt I 2011, S. 759 ff. bundesfinanzministerium.de

Hinweis: Dieser Artikel ist ein redaktionell unabhängiger Fachbeitrag. Alle fachlichen Urteile sind unabhängig getroffen. Für individuelle Beratung wenden Sie sich bitte an einen zertifizierten SAP-Partner.

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