Das stille Projektloch: Warum Anlagenbauer und Dienstleister Marge verlieren, ohne es zu merken
MARIProject schließt die Lücke zwischen SAP Business One und professionellem Projektcontrolling – und macht aus stillen Verlusten sichtbare Entscheidungen.
Inhaltsverzeichnis
- Das stille Projektloch – Symptome, die jeder kennt
Drei typische Symptome im Detail - Warum Standard-SAP Business One hier an seine Grenzen stößt
- MARIProject: Das Add-on für projektbasiertes Geschäft
Kernfunktionen im Überblick - Wo die meiste Marge versickert: Stundenerfassung und Nachkalkulation
- WIP-Bewertung: Das verborgene Bilanzrisiko
- Für wen ist MARIProject gemacht? Die zwei Kernzielgruppen
Zielgruppe Anlagenbau – Subbranchen und Schwerpunkte
Zielgruppe Dienstleistung – Subbranchen und Schwerpunkte
Vergleich: Anlagenbau vs. Dienstleister - Praxisbeispiel: Sondermaschinenbauer mit 40 laufenden Projekten
- Einführung von MARIProject – Was erwartet Sie?
- Fazit: Transparenz ist kein Luxus
- FAQ: Die häufigsten Fragen zu SAP B1 + MARIProject
- Quellen und Fußnoten
Das stille Projektloch – Symptome, die jeder kennt
Ein Projekt ist abgeschlossen. Der Kunde ist zufrieden. Die Rechnung ist gestellt. Und trotzdem ist am Ende weniger übrig als geplant. Viel weniger.
Nur: Woran lag es?
Dieses Szenario ist in der Welt des Anlagenbaus, Maschinenbaus und der technischen Dienstleistung kein Einzelfall – es ist ein strukturelles Muster. Und das Tückische daran: Es passiert nicht mit Getöse, sondern geräuschlos. Stundenweise. Buchung für Buchung. Reise nach Reise.
Die Ursache liegt selten in schlechter Arbeit oder falschen Preisen. Sie liegt meistens in fehlender Projekttransparenz: Man weiß erst am Ende, was ein Projekt wirklich gekostet hat. Und dann ist es zu spät, um gegenzusteuern.
Drei typische Symptome im Detail
- Symptom 1 – Die Nachkalkulation kommt immer zu spät. Wenn der Buchhalter nach Projektabschluss die Ist-Kosten zusammenrechnet, ist das Projekt längst abgerechnet. Korrekturen sind nicht mehr möglich. Die Lehre bleibt: „Nächstes Mal besser schätzen.” – Aber ohne Datenbasis ändert sich nichts. [4]
- Symptom 2 – Reisekosten und Fremdleistungen tauchen zu spät auf. Ein Techniker fährt dreimal zum Kunden. Zwei Subunternehmer werden beauftragt. Die Eingangsrechnungen kommen Wochen später. Zum Zeitpunkt der Rechnungsstellung kennt niemand die wahren Vollkosten.
- Symptom 3 – Stunden werden systemfern oder gar nicht erfasst. Excel-Listen, Papierzettel, mentale Schätzungen. Die eigentliche Ressource – die Arbeitszeit der Ingenieure und Techniker – wird nicht projekttreu zugeordnet. Das Ergebnis: Projekte rechnen sich auf dem Papier gut, im echten Leben nicht. [5]
Warum Standard-SAP Business One hier an seine Grenzen stößt
SAP Business One ist eine exzellente ERP-Lösung für den Mittelstand. Finanzbuchhaltung, Lagerverwaltung, Einkauf, Verkauf, CRM – das System liefert hier solide Qualität. Doch es wurde historisch für transaktionale Geschäftsmodelle konzipiert: Ware rein, Ware raus, Rechnung. [6]
Projektbasiertes Geschäft tickt fundamental anders:
| Dimension | Transaktionales Geschäft | Projektbasiertes Geschäft | SAP B1 Standard |
|---|---|---|---|
| Leistungserbringung | Einmalig, sofort | Über Monate, iterativ | Eingeschränkt |
| Kostenträger | Artikel/Produkt | Projekt/Auftrag | Nicht nativ |
| Stundenerfassung | Nicht relevant | Zentral für Kalkulation | Nicht vorhanden |
| Teilabrechnung/Meilensteine | Nicht relevant | Üblich, komplex | Nicht nativ |
| WIP-Bewertung | Fertigerzeugnisse | Halbfertige Leistungen | Nicht vorhanden |
| Nachkalkulation | Artikel-Deckungsbeitrag | Projekt-Deckungsbeitrag | Nur über Umwege |
| Plankosten vs. Ist-Kosten | Einfach ablesbar | Dynamisch, mehrstufig | Nicht strukturiert |
Das bedeutet nicht, dass SAP B1 schlecht ist. Es bedeutet, dass es für diesen Anwendungsfall ohne Erweiterung nicht ausreichend ist. Und genau hier setzt MARIProject an.
Definition: Was ist ein ERP-Add-on?
Ein ERP-Add-on ist eine zertifizierte Erweiterung, die sich nativ in SAP Business One integriert und dessen Funktionalität um branchenspezifische Features erweitert. MARIProject verwaltet dabei eigene Objekte – etwa Projektstrukturen oder Stundenarten, die es im SAP B1 Standard so nicht gibt – greift aber durchgängig auf dieselben Stammdaten wie Artikel und Geschäftspartner aus SAP B1 zu. So entstehen keine getrennten Datensilos und keine fehleranfälligen manuellen Schnittstellen.
MARIProject: Das Add-on für projektbasiertes Geschäft
MARIProject ist ein für SAP Business One entwickeltes Add-on, das von der MARINGO GmbH entwickelt wird. Es richtet sich explizit an Unternehmen, die Aufträge als Projekte abwickeln: von der Angebotskalkulation über die Projektdurchführung bis zur Schlussrechnung und Nachkalkulation. Die aktuelle Version 8.0 steht sowohl als Fat Client (Hauptprogramm) als auch als Web Client, Mobile Client und Kundenportal zur Verfügung. [7]
Der entscheidende Unterschied zu externen Projektmanagement-Tools ist die durchgängige Integration: Alle buchhaltungsrelevanten Belege, die zu einem Projekt erzeugt werden, landen in SAP B1 – ohne separate Datenhaltung neben dem ERP.
— Praxiserfahrung aus mittelständischen Implementierungsprojekten
Funktionsumfang nach Modulbereichen (Version 8.0)
MARIProject gliedert sich in klar abgegrenzte Funktionsmodule, die den gesamten Projektzyklus abdecken. Die folgende Übersicht basiert auf der offiziellen Funktionsübersicht Version 8.0 (Oktober 2025). [7]
| Modul | Kernfunktionen (Auswahl) | Primärer Nutzen |
|---|---|---|
| Stammdaten | Mitarbeiterstamm inkl. Skills & Qualifikationspläne, Projektvorlagen, Leistungsstamm, Geräte-/Maschinenverwaltung, Kundenserviceobjekte, Ressourcenpools, Geschäftspartner-Audits | Einheitliche Datenbasis für alle Projekte; Qualifikationsnachverfolgung; Maschinenlogistik |
| Akquisitionsprojekt-Kalkulation | Akquisitionsprojekt-Neuanlageassistent, Akquisitionskalkulation, Überführung in Projektvertrag | Angebotskalkulation vor Auftragserteilung; frühzeitige Margenabschätzung; strukturierte Angebotsphase |
| Planung | Projektplanung (periodisch, Gantt), Planungsversionen, Ressourcenpool-Planung, Ganttplanung Mitarbeiter & Geräte, MS-Project-Schnittstelle, Exchange-Kalenderabgleich, Einsatzkalender | Kapazitäts- und Terminplanung über alle laufenden Projekte; Abwesenheitsmanagement; Planungsversionsvergleich |
| Datenerfassung | Projekterfassung, Tageserfassung, Schnellerfassung, Reisekostenerfassung & -abrechnung, Time Touch, Kommen & Gehen, Materialbedarf anfragen, Antragsverwaltung (Urlaub, Gleitzeit) | Lückenlose tägliche Stunden- und Reisekostenerfassung durch alle Mitarbeiter; mobile Erfassung unterwegs |
| Projektfreigabe | Freigabe von Artikeln, Reisekosten, Verkaufs- und Einkaufsdokumenten, Planungsversionen, Urlaub, Gleitzeit | Mehrstufige Genehmigungsworkflows; Kostenkontrolle vor Buchung; revisionssichere Freigabeprozesse |
| Auftragsabwicklung | Vertragsanlage & -verwaltung, Abrechnungsassistent, Teilrechnungen, Meilensteinabrechnung, Erlösrückrechnungsassistent, Materialbedarfsanfragen, Lagerentnahme mit Projektzuordnung, Materialrückbuchung, Geräte-/Maschinenentnahme und -rückgabe, Provisionsabrechnung | Vollständige Auftragsabwicklung vom Vertrag bis zur Abschlussrechnung; fakturierbare Leistungen gehen nicht verloren; Materialkostentransparenz je Projekt |
| Einkaufsabwicklung | Einkaufsvorgänge inkl. Neuanlageassistent, Einkaufsbeleg-Erfassung, Bestelldisposition, MRP-Bestellimport, Vorerfassung Wareneingänge & Eingangsrechnungen, Qualitätsprozesse, Bonusabrechnung | Projekttreue Beschaffung; Fremdleistungskosten direkt auf Projekt buchbar; Lieferzeitenüberwachung |
| Interne Abwicklung | Interne Leistungsverrechnung mit Buchungsautomat & Verrechnungssätzen, Reisekostenabrechnung (inkl. Kreditkartenimport), Bewertung unfertiger Arbeiten (WIP), Pro-Rata-Abrechnung für Wartungspositionen, Rückstellungen Leistungszeitraum, Lohnschnittstelle | Periodengerechte Erlösabgrenzung; automatische WIP-Bewertung; GoBD-konforme Rückstellungsbildung; Lohnexport |
| Service & Support | Support Desk inkl. SLA-Monitor, Serviceeinsätze (intern & extern), Servicepläne, Prüfungsaufträge, Aufgabenmanagement, Knowledge Base | Lückenloses After-Sales-Controlling; Serviceprojekte auf demselben Datenstamm wie Projektgeschäft |
| Auswertungen & Reporting | Saldenlisten (Projektstunden, -kosten, -erlöse) nach Projekt & Projektleiter, Stundenerfassungsjournale (täglich, wöchentlich, alle MA), Projektberichte (Finanzbuchhaltung, Phasenleistungsbericht, Leistungsbericht als Rechnungsanlage), Multiprojektbericht, Mitarbeitereinsatz Ist/Plan, Geräte-/Maschinenauslastung, Periodennachweis | Vollständige Projekttransparenz ohne Datenexport; Crystal-Reports-Integration; Grundlage für Managemententscheidungen |
| Bildschirmauskunft Management | Projektauswertung (inkl. Mitarbeiterfilter), Projektleiterauswertung, Projektdashboard, Vertragsdashboard, Mitarbeiterdashboard, Pooldashboard, Deckungsbeitragsrechnung (Projekt, Kostenstelle, Projektcode), Cash-Flow-Definition, Data Warehouse | Echtzeit-Cockpit für Geschäftsführung und Controlling; Deckungsbeitrag je Projekt auf Knopfdruck |
| Zusatzmodule (Lizenz erforderlich) | Produktion (Produktionseinsätze, Produktionsaufträge, Produktionseinsatzkalender), Dokumentenmanagement (DMS-Schnittstelle, SharePoint-Integration, OCR), Posteingangsbuch inkl. XRechnung, Veranstaltungsmodul, Kunden-Systemmanagement | Erweiterung für Fertigungsbetriebe; digitale Eingangspostverarbeitung; Kundenportal für Serviceobjekte |
Clients: Fat Client, Web Client, Mobile App und Kundenportal
MARIProject wird in vier Zugangsformen bereitgestellt, die auf unterschiedliche Nutzerrollen zugeschnitten sind. Damit ist sichergestellt, dass auch Außendienstmonteure, Subunternehmer oder Kunden die für sie relevanten Daten mobil abrufen und bearbeiten können. [7]
| Client | Zielnutzer | Lizenz | Typische Anwendungsfälle |
|---|---|---|---|
| Fat Client (Hauptprogramm) | Projektleiter, Controller, Buchhaltung, Disposition | Professional (Full) | Vollständiger Funktionsumfang: Planung, Abrechnung, Reporting, Konfiguration, alle Verwaltungsfunktionen |
| Web Client | Professional- und Limited-User, Innendienst | Professional / Limited | Zeiterfassung, Stundenfreigabe, Reisekosten, Auswertungen, Projektdaten lesen; Limited-User mit eingeschränkten Schreibrechten |
| Mobile Client (MARIProject App) | Außendienstmonteure, Techniker, Berater | Professional / Limited | Tageserfassung, Reisekostenerfassung, Urlaubsanträge, Serviceeinsätze, Projektdaten mobil abrufen |
| Kundenportal | Endkunden des Anwenderunternehmens | Separate Kundenlizenz | Support-Tickets stellen, Serviceobjekte verwalten, Servicepläne und Wartungsstatus einsehen, Wissensdatenbank nutzen |
Wo die meiste Marge versickert: Stundenerfassung und Nachkalkulation
In projektbasiertem Geschäft sind Personalstunden der größte Kostenblock – und gleichzeitig der am schlechtesten erfasste. Die Gründe sind banal: Stundenzettel werden vergessen, pauschal ausgefüllt oder gar nicht erst geführt. Projektleiter schätzen. Die Buchhaltung rechnet am Ende zurück. [3]
MARIProject ermöglicht, dass jeder Mitarbeiter seine Stunden direkt in SAP B1 gegen das Projekt bucht – täglich, mobil, ohne Umweg. Das Ergebnis ist keine theoretische Verbesserung, sondern ein konkreter Systemvorteil:
| Aspekt | Ohne MARIProject | Mit MARIProject |
|---|---|---|
| Erfassungsort | Excel, Papier, Gedächtnis | Direkt in SAP B1 |
| Erfassungsrhythmus | Wöchentlich oder monatlich | Täglich, in Echtzeit |
| Projektzuordnung | Manuell, fehleranfällig | Per Klick, validiert |
| Sichtbarkeit für Projektleiter | Verzögert, unvollständig | Sofort, vollständig |
| Nachkalkulation Zeitpunkt | Nach Projektabschluss | Laufend, jederzeit |
| Plan-/Ist-Abweichung | Erst nach Rechnungsstellung | Ab erster Stundenbuchung |
| Reaktionsmöglichkeit | Keine (zu spät) | Jederzeit, proaktiv |
WIP-Bewertung: Das verborgene Bilanzrisiko
Eines der am häufigsten unterschätzten Themen im Projektgeschäft ist die WIP-Bewertung (Work in Progress). Zum Monats- oder Jahresende haben Projektunternehmen typischerweise mehrere laufende Projekte, bei denen Kosten angefallen sind, aber noch keine Erlöse gebucht wurden. [8]
Definition: Work in Progress (WIP)
Work in Progress bezeichnet den kalkulatorischen Wert der bereits erbrachten, aber noch nicht abgerechneten Projektleistungen. Nach HGB müssen projektbasierte Unternehmen diesen Wert korrekt bilanzieren – entweder als Vorratsvermögen oder als aktive Rechnungsabgrenzung. Fehler hier führen zu einem verzerrten Jahresergebnis. [8]
Ohne systematische WIP-Bewertung entstehen zwei klassische Fehler:
1. Zu niedrige WIP-Bewertung: Das Unternehmen weist zu wenig Vermögen aus. Das Ergebnis des Jahres erscheint schlechter als es ist. In der Folge werden falsche Gewinnerwartungen kommuniziert oder Steuerbelastungen unnötig verzerrt.
2. Zu hohe WIP-Bewertung: Das Unternehmen bilanziert unrealistische Werte. Das Ergebnis erscheint besser als es ist. Dividenden werden auf Basis von Erträgen ausgeschüttet, die noch nicht realisiert sind – ein klassisches Bilanzrisiko. [9]
MARIProject löst dieses Problem durch automatische WIP-Ermittlung: Auf Basis der gebuchten Ist-Kosten, des Fertigstellungsgrads und der vereinbarten Auftragssumme berechnet das System den korrekten WIP-Wert je Projekt – buchungsfertig für den Abschluss.
Für wen ist MARIProject gemacht? Die zwei Kernzielgruppen
MARINGO definiert zwei klar abgegrenzte Zielgruppen für MARIProject. Beide haben eines gemein: Aufträge werden als Projekte mit individueller Kalkulation, Stundenerfassung und Materialbuchung abgewickelt. Darüber hinaus unterscheiden sich Prozesse, Kostenstruktur und Schmerzpunkte deutlich.
Zielgruppe 1: Anlagenbau
Anlagenbauer und verwandte Branchen fertigen nach dem „Engineer to Order”-Prinzip: Jedes Werk ist individuell, Komponenten müssen bei Lieferanten angefragt werden, die Kalkulation erfolgt als Zuschlagskalkulation (Einkaufspreis + Kostenaufschlag + Gewinnzuschlag). Typische Unternehmensgröße: 10 bis 200 Mitarbeiter.
| Subbranche | SIC-Code | Typischer MARIProject-Schwerpunkt |
|---|---|---|
| Anlagenbau generell | 1629 | Materialplanung, Fremdvergabe, Montage-Stundenerfassung |
| Elektro- und Automatisierungsanlagenbau | 1731 | Komponentenbeschaffung, Inbetriebnahme-Tracking, Serviceeinsätze |
| Heizungs- und Klimaanlagenbau | 1711 | Wartungsverträge, Servicepläne, Kundenserviceobjekte |
| Solar-, Wind-, Biogasanlagenbau | – | Projektphasen über mehrere Jahre, WIP-Bewertung, Meilensteinabrechnung |
| Förder- und Aufzugsanlagenbau | – | Geräte-/Maschinenverwaltung, Kundenserviceobjekte, Prüfungsaufträge |
| Messebau | – | Kurzläufer-Projekte, schnelle Nachkalkulation, Gerätelogistik |
| Generalunternehmer / Ingenieurbüros | 1541 / 8712 | Subunternehmer-Management (EK-Vorgänge), Vertragsstruktur, Abschlagsrechnungen |
Zielgruppe 2: Technische Dienstleister
Dienstleistungsunternehmen – Beratungshäuser, Softwareentwickler, Ingenieurbüros – arbeiten projektorientiert ohne eigene Fertigung. Ihre Hauptressource ist die Arbeitszeit ihrer Mitarbeiter. Nicht fakturierte Stunden und unkontrollierter Scope-Creep sind die wichtigsten Margen-Risiken. Typische Unternehmensgröße: ebenfalls 10 bis 200 Mitarbeiter.
| Subbranche | SIC-Code | Typischer MARIProject-Schwerpunkt |
|---|---|---|
| Unternehmensberatung | 8742 | Stundenerfassung, Time & Material-Abrechnung, Mitarbeiterauslastung |
| Systemanalyse & Softwareentwicklung | 7373 / 7371 | Aufgabenmanagement, Support Desk, Knowledge Base, Entwickler-Dashboard |
| IT-Dienstleistungen / Systemhäuser | 7379 / 5045 | Kunden-Systemmanagement, SLA-Monitor, Servicepläne, Kundenproduktzuordnung |
| Technische Dienste / Ingenieurbüros | 8711 | Ressourcenplanung, Ganttplanung, Nachkalkulation, WIP-Bewertung |
| Sonstige Beratungsdienste | 8748 | Reisekostenerfassung & -abrechnung, Provisionsabrechnung, Vertragsverwaltung |
Vergleich: Anlagenbau vs. Dienstleister – wo MARIProject jeweils am stärksten wirkt
| Kriterium | Anlagenbau / „Engineer to Order” | Technische Dienstleister |
|---|---|---|
| Typische Projektlaufzeit | 6 Monate – 3 Jahre | 1 Woche – 12 Monate |
| Kalkulation | Zuschlagskalkulation: EK + Kostenaufschlag + Gewinn | Tagessatz / Stundensatz / Festpreis |
| Größter Kostentreiber | Material, Fremdvergaben, Montagestunden | Personalstunden, Reisekosten |
| Margen-Risiko Nr. 1 | Mehrstunden Montage, nicht budgetierte Nacharbeiten, verspätete Lieferantenrechnungen | Nicht fakturierte Stunden, Scope Creep, nicht abgerechnete Zusatzleistungen |
| Wichtigste MARIProject-Module | Akquisitionskalkulation, Materialplanung & Einkaufsabwicklung, WIP-Bewertung, Meilenstein-/Teilabrechnung, Geräte-/Maschinenverwaltung | Tages-/Schnellerfassung, Time Touch (Mobile), Ressourcenplanung, Mitarbeiterauslastung, Support Desk, Kunden-Systemmanagement |
| Abrechnungsmodell | Festpreis / Meilenstein / Abschlagsrechnung | Time & Material / Festpreis gemischt / Wartungsvertrag (Pro Rata) |
| WIP-Relevanz | Sehr hoch – lange Laufzeiten, hohe Auftragsvolumen | Mittel – kürzere Zyklen, aber Periodenabgrenzung relevant |
| Kundenserviceobjekte / Servicepläne | Wichtig für Wartungsverträge nach Anlagenübergabe | Kritisch für IT-Systemhäuser und Softwareanbieter (SLA, Support Desk) |
| Subunternehmer-Management | Sehr wichtig – Generalunternehmer beauftragen Subunternehmer | Relevant bei Fremdleistungseinkauf (Freelancer, Partnerunternehmen) |
Praxisbeispiel: Sondermaschinenbauer mit 40 laufenden Projekten
Ein mittelständischer Sondermaschinenbauer mit 120 Mitarbeitern und rund 18 Mio. EUR Jahresumsatz hatte folgendes Problem: Im Schnitt liefen 40 Projekte gleichzeitig. Die Kalkulation erfolgte in Excel. Stunden wurden in einer separaten HR-Software erfasst, aber nicht projekttreu. Material wurde aus dem SAP B1 Lager entnommen, aber oft ohne Projektzuordnung.
Das Ergebnis: Beim Jahresabschluss stellte der Steuerberater fest, dass mehrere Projekte deutlich unter Plan liefen – aber erst dann, wenn sie bereits abgerechnet waren. Keine Möglichkeit zur Korrektur.
Situation nach Einführung von MARIProject
| Metrik | Vorher | Nachher (nach 12 Monaten) | Veränderung |
|---|---|---|---|
| Nicht erfasste Stunden je Monat | ca. 380 h | ca. 25 h | – 93 % |
| Durchschnittliche Projektnachkalkulations-Verzögerung | 8–12 Wochen nach Abschluss | Laufend in Echtzeit | Echtzeit |
| Projekte mit Budgetüberschreitung (unbemerkt) | ca. 35 % aller Projekte | ca. 8 % aller Projekte | – 77 % |
| Durchschnittlicher Projektdeckungsbeitrag | 14,2 % | 18,6 % | + 4,4 %-Punkte |
| Aufwand Monatsabschluss WIP | 2,5 Tage | 0,5 Tage | – 80 % |
Einführung von MARIProject – Was erwartet Sie?
Eine der häufigsten Fragen in unseren Beratungsgesprächen lautet: „Wie aufwändig ist die Einführung?” Die ehrliche Antwort: Sie ist überschaubar – wenn sie strukturiert angegangen wird.
Typische Projektphasen bei der Implementierung durch einen zertifizierten SAP B1 Partner:
| Phase | Inhalt | Typische Dauer |
|---|---|---|
| 1. Analyseworkshop | Projekttypen, Kostenarten, Abrechnungsmodelle definieren und dokumentation | 4–10 Tage |
| 2. Systemkonfiguration | Stundenarten, Projektkategorien, Workflows einrichten | 1–2 Tage |
| 3. Datenmigration | Laufende Projekte in MARIProject überführen | 2–4 Tage |
| 4. Schulung | Projektleiter, Zeiterfasser, Controller, Buchhaltung | 6–12 Tage |
| 5. Go-Live & Hypercare | Produktivstart, Begleitung der ersten Projektabschlüsse | 2–4 Wochen |
Passt MARIProject zu Ihrem Unternehmen?
Die init consulting AG begleitet projektbasierte Unternehmen von der Bestandsaufnahme bis zum produktiven MARIProject-Betrieb in SAP Business One. Eine erste Analyse dauert oft nur einen halben Tag.
Kostenfreie Erstberatung →Fazit: Transparenz ist kein Luxus – sie ist Voraussetzung für Profitabilität
Das stille Projektloch ist real. Es entsteht nicht durch schlechte Arbeit, sondern durch fehlende Sichtbarkeit. Anlagenbauer und Dienstleister verlieren Marge nicht in einem großen, sichtbaren Moment – sie verlieren sie Stunde für Stunde, Buchung für Buchung, Projekt für Projekt.
SAP Business One bietet eine starke operative Basis. Aber für Unternehmen, die ihr Geschäft als Projekte abwickeln, braucht es mehr. MARIProject schließt diese Lücke – nicht mit einem externen Tool, das parallel gepflegt werden muss, sondern nativ, integriert, in Echtzeit.
Die Botschaft ist einfach: Wer nicht weiß, was seine Projekte kosten, kann sie nicht steuern. Und wer sie nicht steuern kann, verliert Marge – still, kontinuierlich und vermeidbar.
Transparenz: Ist-Kosten, Stunden & Material projekttreu in Echtzeit – statt erst nach Abschluss.
Native Integration: Eine Datenbasis in SAP B1, keine Schnittstellen, keine zweite Wahrheit.
WIP-Bewertung: Automatische, buchungsfertige Bewertung laufender Projekte zum Abschluss.
Steuerbarkeit: Budgetabweichungen werden sichtbar, bevor sie die Marge auffressen.
Häufige Fragen zu SAP Business One und MARIProject
Die folgenden Fragen werden häufig in Beratungsgesprächen und über Suchmaschinen gestellt.
MARIProject ist ein Add-on für SAP Business One, das speziell für projektbasierte Unternehmen wie Anlagenbauer, Maschinenbauer und technische Dienstleister entwickelt wurde. Es ergänzt SAP B1 um vollständiges Projektcontrolling: Kostenplanung, Stundenerfassung, Materialbuchung, WIP-Bewertung und Ertragsvorschau.
SAP Business One wurde primär für produzierende und handelnde Unternehmen konzipiert. Für projektbasiertes Geschäft fehlen native Funktionen wie projekttreue Stundenerfassung, Fortschrittsbewertung, Nachkalkulation und eine integrierte WIP-Bewertung. Ohne Add-on entstehen blinde Flecken im Projekt-Controlling, die zu unbemerkt schwindenden Margen führen.
MARIProject bucht alle Kosten – Stunden, Material, Fremdleistungen, Reisen – direkt gegen das Projekt. Die Nachkalkulation vergleicht Plan vs. Ist in Echtzeit und zeigt sofort, wo Abweichungen entstehen. Projektleiter sehen den Deckungsbeitrag je Projekt, nicht erst nach Projektabschluss in der Finanzbuchhaltung.
MARIProject ist primär geeignet für: Anlagenbauer, Maschinenbauer, Sondermaschinenbauer, Automatisierungstechnik-Unternehmen sowie technische Dienstleister (IT-Systemhäuser, Engineering-Dienstleister, Beratungsunternehmen). Kurz: alle Unternehmen, die Aufträge als Projekte mit Plankosten, Stunden und Material abwickeln.
MARIProject ist ein zertifiziertes SAP Business One Add-on und integriert sich nativ über die SAP B1 DI-API und Service Layer.
WIP steht für Work in Progress – der kalkulatorische Wert bereits erbrachter, aber noch nicht abgerechneter Projektleistungen. Nach HGB müssen projektbasierte Unternehmen diesen Wert korrekt bilanzieren. Fehler hier verzerren das Jahresergebnis systematisch. MARIProject ermittelt den WIP-Wert automatisch auf Basis von Ist-Kosten und Fertigstellungsgrad.
MARIProject unterstützt sowohl klassische Projektstrukturen (Phasen, Meilensteine) als auch flexiblere Abrechnungsmodelle wie Time & Material oder Rahmenverträge mit Abrufaufträgen. Reine Scrum- oder Sprint-Strukturen sind nicht der Hauptfokus – hier empfiehlt sich eine individuelle Beratung durch einen SAP B1 Partner.
Eine typische Einführung durch einen zertifizierten SAP B1 Partner dauert – je nach Komplexität der Projekttypen, Funktionsumfang und Anzahl der User – mehrere Wochen. Der Analyseworkshop inkl. Dokumentation umfasst je nach Größe 4–10 Tage, die Schulungen je nach Funktionsumfang 6–12 Tage. Eine strukturierte Einführung mit Pilotprojekten ist empfohlen.
Quellen, Fußnoten & Datenbasis
Die folgenden Quellen bilden die Datenbasis für Zahlen, Studienverweise und fachliche Einschätzungen in diesem Artikel. Branchenspezifische Angaben beziehen sich auf den deutschsprachigen Mittelstand (DACH). Wo nicht anders angegeben, beziehen sich Prozentwerte auf Befragungen von Unternehmen mit 20–500 Mitarbeitern.
- [1] VDMA e.V.: VDMA-Betriebsvergleich Maschinenbau 2023 – Kennzahlen und Benchmarks. Frankfurt a.M.: VDMA Verlag 2023. – Insbesondere Kapitel 4.3 „Projektcontrolling und Kostentransparenz”, S. 38–47.
- [2] Roland Berger Strategy Consultants: Profitabilität im Maschinen- und Anlagenbau – Hebel und blinde Flecken. München 2022. – Abruf: rolandberger.com (kostenpflichtig).
- [3] Capgemini Invent: Digitales Projektmanagement im deutschen Mittelstand 2023. Berlin/München 2023. – Ergebnisbericht der Befragung von 312 projektbasierten KMU in Deutschland. capgemini.com
- [4] Horváth & Partners: Projektcontrolling im Mittelstand – Status quo und Handlungsfelder 2022. Stuttgart 2022. – Erhebung unter 180 mittelständischen Projektunternehmen (Maschinenbau, IT, Engineering).
- [5] Fraunhofer IAO: Digitalisierung im Mittelstands-Projektmanagement. Stuttgart: Fraunhofer-Verlag 2023. – Studie im Auftrag des BMWi. iao.fraunhofer.de
- [6] SAP SE: SAP Business One – Product Overview and Feature Guide. Walldorf 2024. – Offizielle Produktdokumentation. sap.com
- [7] MARINGO GmbH: MARIProject – Menüaufbau und Funktionsübersicht Version 8.0. Stand: 31. Oktober 2025. – Offizielle Herstellerdokumentation (Fat Client, Web Client, Mobile Client, Kundenportal). maringo.de
- [8] Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW): IDW HFA 3 – Zur Rechnungslegung bei Fertigungsaufträgen. Düsseldorf: IDW Verlag. – Ergänzend: HGB §§ 252, 253, 277 Abs. 1 (Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung).
- [9] Bundesministerium der Finanzen: Ertragsteuerliche Behandlung von langfristigen Fertigungsaufträgen. Bundessteuerblatt I 2011, S. 759 ff. bundesfinanzministerium.de
Hinweis: Dieser Artikel ist ein redaktionell unabhängiger Fachbeitrag. Alle fachlichen Urteile sind unabhängig getroffen. Für individuelle Beratung wenden Sie sich bitte an einen zertifizierten SAP-Partner.
